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Grußworte zur Nacht der Solidarität in Trier

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herren der AIDS-Hilfe Trier,

liebe Ehrenämtler der AIDS-Hilfe,

lieber Bernd Geller, liebe Katja Sauer,

HIV und AIDS, das sind Themen, über die redet man nicht gerne. Man ignoriert diese Krankheit lieber und hofft, dass sie dadurch verschwindet. Man schweigt sich über eine Krankheit aus und vergisst, dass es Menschen sind, die infiziert sind mit HIV, dass es Menschen sind, die auf Grund ihrer Erkrankung ausgegrenzt werden und dass es Menschen sind, für die jeder Tag ein Kampf um Leben und Tod ist.

Dieses Schweigen ist inhuman, es stigmatisiert und grenzt aus. Gleichzeitig verführt es aber auch zu der irrigen Annahme, dass HIV heute kein Problem mehr sei. Dass dies nicht stimmt, belegt die Zahl der HIV Neuinfizierte, die seit dem Jahre 2000 wieder steigt.

Dies fordert uns alle auf, gegen die Tabuisierung von HIV zu wirken. Ein großer Dank sei hier an das Präventionsteam der AIDS-Hilfe Trier ausgesprochen. Die durch ehrenamtliche Engagement das Thema in die Gesellschaft hineintragen: in Schulen, in soziale und kulturelle Veranstaltungen, an Stammtische und in Diskotheken. Wir sind aber auch zur internationalen Solidarität aufgefordert: In meiner Arbeit im Menschenrechtsausschuss haben wir von der Situation in Uganda erfahren. Dort ruft die Presse auf, Homosexuelle zu jagen, der Staat will Homosexualität mit der Todesstrafe oder lebenslanger Haft bekämpfen. Und alles nur, weil man Angst vor einer weiteren Ausbreitung von AIDS hat. Gerade dann ist es wichtig, das Schweigen zu brechen, sich solidarisch zeigen und zu sagen: Wir stehen an Eurer Seite. Dann kann auch eine Schweigeminute ein unüberhörbares Zeichen setzen. Mit der heutigen „Nacht der Solidarität“ stehen wir an der Seite von allen HIV-Infizierten und AIDS-Kranken in der Region Trier, in Deutschland und weltweit.

Mit der diesjährigen Unterstützung des HOPE-Projekts in Südafrika durch „Die Nacht der Solidarität“ wird ein Blick über den eigenen Tellerrand geworfen: Denn die Länder südlich der Sahara sind weltweit am schwersten von HIV und AIDS betroffen. Gleichzeitig ist dort die Versorgung von HIV-Infizierten jedoch qualitativ und quantitativ unterdurchschnittlich.

Dank des HOPE-Projektes werden HIV-Infizierte in den Townships Südafrikas medizinisch und seelsorgerisch betreut. Dieses Eintreten für die Menschenrechte – denn auch das Recht auf eine ausreichende medizinische Betreuung ist ein Menschenrecht – ist ein Zeichen internationaler Solidarität, dass durch „Die Nacht der Solidarität“ in Trier hoffentlich noch mehr Unterstützung erfährt.

Für diesjährige Organisation der „Nacht der Solidarität“ bedanke ich mich rechtherzlich bei Bernd Geller und Katja Sauer, gerade weil ich und mein Team mitwirken durften. Hoffen wir, dass wir es nächstes Jahr gemeinsam schaffen, wieder mit so viel Unterstützung ein Zeichen der Solidarität mit allen HIV-Infizierten und AIDS-Kranken setzen können.